Projekte

Recycling von ausrangierten Fischernetzen, Accra, Ghana

Der Fischereisektor spielt eine wichtige Rolle für das sozioökonomische Wachstum Ghanas, er leistet einen wesentlichen Beitrag zur Armutsbekämpfung, zur Ernährungssicherheit und zu nachhaltigen Lebensgrundlagen der einheimischen Bevölkerung.

Fischfang in Ghana wird überwiegend von kleinen Siedlungen und Dörfern entlang der Atlantikküste mit weitgehend traditionellen Fangmethoden betrieben. Die meisten dieser Siedlungen sind aber nicht an die kommunale Abfallwirtschaft angeschlossen und somit gezwungen, anfallende Abfälle ungeregelt vor Ort zu entsorgen. Ein Hauptproblem sind dabei beschädigte (Kunststoff-)Fischernetze, da sich diese nicht zersetzen und zunehmen am Strand akkumulieren, von wo aus sie z.T. zurück ins Meer gespült werden und beträchtliche Schäden am Ökosystem anrichten. In einem laufenden Project der UNEP (finanziert durch die norwegische Entwicklungsagentur NORAD) wurde zusammen mit einer Fischersiedlung und der NGO SCYCLE ein anreizbasiertes Sammelsystem für alte Fischernetze aufgebaut und betrieben (August bis voraussichtlich Oktober 2020). Das System stößt vor Ort auf sehr große Resonanz, kann aber aus Budgetgründen nicht über Oktober 2020 hinaus betrieben werden.

Das Projekt wurde implementiert von der UNEP (Sekretariat der Baseler, Rotterdamer und Stockholmer Konvention in Zusammenarbeit) mit S-Cycles, dem Öko-Institut und dem Ministerium für Umwelt, Wissenschaft, Technologie und Innovation von Ghana, mit finanzieller Unterstützung durch das norwegische Außenministerium. Mit einer Co-Finanzierung durch die Amber Foundation konnte die lokale NGO die Sammlung von Fischernetzen bis zu weitere 3 Monate aufrechterhalten und zudem Anstrengungen unternehmen, eine nachhaltige Finanzierung zu identifizieren.

Der Zwischenbericht kann hier heruntergeladen werden.

Weitere Infos zu diesem Projekt finden sich in diesem Videobeitrag der UNEP und in einem Blogbeitrag des Öko-Instituts.

Kontakt:

Centre for Sustainable Cycles (SCYCLEs Ghana)
Ansprechpartner:
Dr. Sampson Atiemo
E-Mail: atiemosam(at)gmail.com

Öko-Institut e.v:
Andreas Manhart
E-Mail: a.manhart(at)oeko.de